5 Morgen-Rituale ganz für mich

Morgenrituale sind zurzeit ja in aller Munde. Aber sind sie wirklich Gold wert? Ich kann mir jedenfalls meinen Start in den Tag nicht mehr ohne sie vorstellen. Hach, es gibt fast nichts Schöneres als diese spezielle Zeit nach dem Aufwachen! Statt zehn Mal die Snooze-Taste zu drücken und dann verschlafen und gehetzt den Tag zu beginnen, gönne ich mir morgens nun eine halbe bis eine Stunde, um mir etwas Gutes zu tun. Am liebsten ganz früh, wenn alles noch schläft und mich nichts und niemand stören kann.

Dabei muss man sich nicht, nur weil es Ritual heißt, stur an einen Plan halten. Außerdem sollte man sich nicht zu viel vornehmen. Wichtiger ist, dass die Morgenroutine eine Zeit ist, die man bewusst nur für sich nutzt. Morgenrituale als kleine Seelenstreichler sozusagen. Diese können ganz unterschiedlich und für jeden individuell sein. Einige, die sich für mich bewährt haben, möchte ich hier vorstellen.

1. Meine Tasse Morgen-Auszeit

Nach dem Aufwachen gehe ich als erstes in die Küche und mache mir eine große Tasse Caffè Crema mit Milch. Damit setze ich mich entweder wieder ins Bett, in die Küche ans Fenster oder im Sommer draußen auf meine Gartenbank. Dann genieße ich den Kaffee Schluck für Schluck. Schmecke sein Aroma und nehme wahr wie er mich wärmt und weckt. Das macht den Kopf frei und lässt negative Gedanken und Gefühle verblassen. Da ich meistens direkt nach dem Aufwachen Hunger habe, esse ich dazu noch einen kleinen Snack: Nüsse, Rosinen, Mandeln, einen Apfel oder eine Banane. Außerdem trinke ich ein großes lauwarmes Glas Wasser mit einem Schuss Zitrone für den extra Vitamin-Kick.

2. Eine kleine Box voll Dankbarkeit

Ist gestern wirklich nur Doofes passiert? Erwarten mich diese Woche eigentlich nur Arbeit und undankbare Aufgaben? Wir alle kennen diese Gefühle, wenn wir gestresst sind und die Alltagssorgen überhand nehmen. Gerade morgens, wenn nachts wieder das Grübelkarussell seine Runden gedreht hat. Doch waren da nicht in den letzten Tagen auch schöne Erlebnisse? Ein Anruf einer Freundin? Ein Lächeln eines Kollegen? Ein besonderer Geruch mit schönen Erinnerungen daran? Aufgaben, die erfolgreich abgeschlossen wurden? Und was ist mit den Säulen in unserem Leben? Unserer Familie, unserer Wohnung, dem Partner? Es gibt immer etwas, für das man dankbar sein kann. Und es lohnt sich, diese Dinge aufzuschreiben, um sie ins Bewusstsein zu holen und ihnen mehr Raum zu geben. Ich habe eine kleine Box, in der ich auf Zetteln sammele, für was ich dankbar bin. Es gab noch keinen Tag, an dem mir nichts eingefallen ist. Und wenn man sich dann noch ab und zu wieder die schon geschriebenen Zettel durchliest, ist die Perspektive auf den Tag gleich eine ganz andere.

3. Bewegung = Mehr Balance

Da ich Yogalehrerin bin, praktizieren ich (fast) jeden Morgen eine Yogasequenz aus stehenden und sitzenden Übungen sowie einer Abschlussentspannung. So wecke ich meinen Körper und schenke ihm und mir selbst Aufmerksamkeit. Denn wer Gutes für seinen Körper tut, tut auch Gutes für seinen Geist und für seine Seele. Der ausgleichende Effekt einer täglichen Praxis, selbst wenn sie nur eine Viertelstunde dauert, ist schon nach wenigen Tagen spürbar. Und auch wenn ich besonders auf die Wirkung von Yoga schwöre – einfache Gymnastikübungen oder ein Spaziergang an der frischen Luft tun’s auch.

4. Meditation und Intention

Viele Studien haben gezeigt: Nur fünf bis zehn Minuten Meditation am Tag reichen, um dem Denken eine neue Perspektive zu geben und positiver auf das Leben zu blicken. Die beste Zeit dafür ist der frühe, stille Morgen. Dabei gibt es unzählige Arten zu meditieren. Ich setze mich aufrecht im Schneider- oder Lotussitz auf meine Yogamatte oder ein Kissen, atme durch die Nase tief in den Bauch ein und wieder aus und versuche mich dabei ganz auf meine Atmung zu konzentrieren. Immer, wenn ich merke, dass ich gedanklich abdrifte, kehre ich zurück und lausche der ein- und ausströmenden Luft. Aber auch schon das bewusste Trinken und Schmecken des Kaffees ist eine Form von Meditation. Natürlich kann man auch im Liegen oder an eine Wand gelehnt wunderbar meditieren. Wichtig ist das „In-sich-Hineinhorchen“ und ganz bei sich zu sein. Wer möchte, kann zu Beginn noch eine Intention für den Tag bestimmen, die er während des Meditierens verinnerlicht, wie z. B. „Heute lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen“ oder „Heute genieße ich mein Mittagessen ganz besonders“.

5. Bitte lächeln ☺

Wer lächelt gewinnt! Und baut Stress ab. Ich habe es mir zum Ritual gemacht, mich jeden Morgen selbst im Spiegel anzulächeln und auch der ersten Person, die ich auf der Straße treffe, ein Lächeln zu schenken. Und siehe da – die meisten Menschen lächeln zurück! Das zeigt mir: Die Welt ist gar nicht so unfreundlich, wie man manchmal denkt. Und man trägt dazu bei, sie noch ein bisschen freundlicher zu machen.

Anna Lena

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Anna Lena Garde

Ich bin Anna Lena, 31 Jahre alt, Texterin und freiberufliche Yoga-Lehrerin. Durch meinen Job bin ich häufig unterwegs und wenn ich nach Hause komme, fällt mir immer sofort auf, was noch alles zu tun ist. Dann sehe ich überall Staub in den Ecken, der sofort beseitigt werden muss. Oder ich fange an, das Bücherregal und den Kleiderschrank nach Farben zu sortieren. Mysteriöserweise wird meine To- Do-Liste, egal wie viel ich abhake, irgendwie immer nur länger. Und weil ich so bin und das so ist, nehme ich mir immer wieder meine Zeit zum Abschalten. Meine Auszeit, in der ich mich nur um mich kümmere und genieße – zum Beispiel beim Yoga oder bei einer Tasse Gala von Eduscho. Dann muss alles andere warten! Da man sich diese Momente ganz bewusst nehmen muss, möchte ich hier regelmäßig mit Ideen zum Abschalten, das Zuhause schöner machen, Kaffee genießen (es gibt nämlich mehr als Latte Macchiato) und sich selbst Verwöhnen inspirieren.