Novemberträume - Drei Filme für eine perfekte Auszeit

Seit Tagen regnet es, die Temperatur sinkt von Tag zu Tag und der Winter rückt immer näher. Kann man den November nicht einfach aus dem Kalender streichen? Nicht nötig, denn erstens habe ich im November Geburtstag und zweitens eignet sich keine andere Zeit im Jahr so gut dazu, endlich mal wieder ganz entspannt ein paar schöne Filme zu schauen und sich vom grauen Alltag weg zu träumen. Der Weihnachtsstress ist noch ein bisschen hin und die Draußen-Saison ist endgültig vorbei. Also: Ab aufs Sofa! Mit einer großen Tasse wärmendem Milchkaffee und meinen Auszeit-Filmcharts:

FRANCES HA

Ich bin verliebt in diesen Film und könnte ihn immer und immer wieder anschauen! Er ist einfach die perfekte Mischung aus Herz, Humor und Hirn. Die 27-jährige Frances Ha kommt aus Sacramento und möchte Tänzerin in New York werden. Sie wohnt in einer WG mit Sophie, ihrer besten Freundin aus dem College. Als diese ihr eröffnet, dass sie mit einer anderen Freundin zusammen ziehen möchte und Frances dann auch noch aus ihrem Tanzensemble entlassen wird, muss sie plötzlich lernen, dass sich die Dinge ändern. Sie tanzt durch New York und dreht auf der Suche nach ihren Träumen viele Pirouetten, die auch mal mit einer unsanften Landung enden. Am Ende holen die Realität und das Erwachsenwerden Frances ein. Besonders schön ist ihre Erkenntnis: Die Realität, in der vielleicht nicht immer die großen, aber zumindest die kleinen Träume wahr werden – wie zum Beispiel ein wirkliches Zuhause – ist gar nicht mal so übel.

BREAKFAST AT TIFFANY’S

Und noch ein Film, der in New York spielt. Im Big Apple der 60er Jahre, wie ich ihn selbst gern erlebt hätte. Da ich „Breakfast at Tiffany’s“ aber bestimmt etwa fünfzig Mal gesehen habe, kommt es mir fast so vor, als wäre Holly Golightly alias Audry Hepburn meine verrückte Freundin. Und ich ein gern gesehener Gast auf ihren exzentrischen Partys. Holly führt ein Leben voller Extreme, ist aber fest entschlossen reich zu heiraten und Teil der High Society zu werden. Dieses Vorhaben verfolgt sie zunächst auch hartnäckig weiter, als ihr Nachbar Paul, ein unbekannter Schriftsteller, in ihr Leben tritt und sich zwischen den beiden eine Romanze entwickelt. Zu dem wunderschönen Filmsong „Moonriver“ schaut man fasziniert dabei zu, wie Hollys Fassade an der Seite von Paul nach und nach bröckelt und sie ihm ihre verletzliche Seele offenbart – bis zum Happy-End-Kuss im romantischsten Regen der Filmgeschichte. So schön kann das Novemberwetter zum Träumen sein!

MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER

Ob „Willkommen bei den Sch’tis“ oder „Ziemlich beste Freunde“ – französische Komödien sind einfach erfrischend anders und perfekt für eine entspannte Auszeit. So auch meine neueste Entdeckung: „Monsieur Claude und seine Töchter“. Der konservative Katholik Claude und seine Gattin Marie haben vier wunderschöne Töchter. Doch die auserwählten Schwiegersöhne der ersten drei passen so gar nicht in das Bild des Ehepaars aus der französischen Provinz. Diese heiraten nämlich einen Araber, einen Juden und einen Chinesen. Es kommt zu allerlei Missverständnissen und Vorurteilen zwischen den Kulturen. Zum Glück gibt es noch die jüngste Tochter – und Monsieur Claude und seine Frau sind hocherfreut als sie hören, dass diese einen katholischen Franzosen ehelichen möchte. Gott sei Dank! Aber so ganz passt auch er nicht in das Weltbild von Papa Claude. Und nicht nur das: Auch die Gegenseite ist nicht außerordentlich begeistert von der Wahl ihres Sohnes. Beide Familien inklusive Claudes Schwiegersöhnen versuchen nun die Hochzeit zu verhindern ... Tolle Schauspieler, Lachgarantie mit unterschwelliger Botschaft und Auszeit-Garantie pur.

Und, den Kaffee auch schon aufgesetzt? Der November ist doch ein toller Monat zum Träumen.

Anna Lena

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Anna Lena Garde

Ich bin Anna Lena, 31 Jahre alt, Texterin und freiberufliche Yoga-Lehrerin. Durch meinen Job bin ich häufig unterwegs und wenn ich nach Hause komme, fällt mir immer sofort auf, was noch alles zu tun ist. Dann sehe ich überall Staub in den Ecken, der sofort beseitigt werden muss. Oder ich fange an, das Bücherregal und den Kleiderschrank nach Farben zu sortieren. Mysteriöserweise wird meine To- Do-Liste, egal wie viel ich abhake, irgendwie immer nur länger. Und weil ich so bin und das so ist, nehme ich mir immer wieder meine Zeit zum Abschalten. Meine Auszeit, in der ich mich nur um mich kümmere und genieße – zum Beispiel beim Yoga oder bei einer Tasse Gala von Eduscho. Dann muss alles andere warten! Da man sich diese Momente ganz bewusst nehmen muss, möchte ich hier regelmäßig mit Ideen zum Abschalten, das Zuhause schöner machen, Kaffee genießen (es gibt nämlich mehr als Latte Macchiato) und sich selbst Verwöhnen inspirieren.